Meine Kamera und ich…

…sind allerbeste Freunde!

Und das, seit ich vor vielen Jahren auf dem Dachboden meiner Eltern eine alte Ricoh 500 GX fand. Das ist eine Kamera von einem japanischen Hersteller aus Anfang der Siebziger, die noch mit einem Film gefüttert werden muss. Klein und handlich mit einem Stahlgehäuse. Blende, Belichtung und Schärfe: all das musste man noch manuell einstellen. Diese Kamera hatte sich mein Vater zu Studienzeiten von seinem ersten selbst verdienten Geld zugelegt.

Inzwischen hat auch er auf die digitale Welt umgestellt, was aber von meinem Dachbodenfund blieb, ist mein Faible für das Fotografieren. Na ja, damals spielte ich mit dem Teil nur herum, aber es kamen doch die ein oder anderen brauchbaren Bilder dabei heraus.

Und als wir in der Schule dann eine Dokumentation in Religion über integrative Projekte in unserer Stadt erstellen mussten, legte ich mir die meine erste digitale Spiegelreflexkamera zu. Die alte Ricoh hatte damit ausgedient, und ich habe das gute Stück meinem Vater (zum Glück) unversehrt zurück gegeben. Hin und wieder leihe ich sie mir aber doch wieder aus und teste das ein oder andere.

Seither habe ich sehr viel ausprobiert und herumexperimentiert, mit mehr oder wenigem großem Erfolg. Eigentlich würde ich ja das Handwerk gerne von der Pike auf lernen und Profifotograf werden. Doch weil meine Eltern etwas an meinem Talent zweifelten und ich etwas Bodenständigeres lernen sollte, studiere ich Wirtschaftswissenschaften und so betreibe ich das Fotografieren erst einmal als Hobby.

Doch immerhin habe ich auf zwei Studentenveranstaltungen Fotoserien geschossen, die  durchaus auf positive Resonanz gestoßen sind. Ich habe immer versucht, die Teilnehmer unbemerkt zu erwischen, so bekomme ich die Stimmung der jeweiligen Situation schön mit auf das Foto und wenn ich dann noch etwas mit dem Licht und der Blende experimentiert habe, dann habe ich einige tolle Momente erwischt. Viele der Fotos habe ich in schwarz/weiß erstellt, damit bekommen die Szenen nochmal ein ganz anderes Feeling. Vor allem Stimmungen versuchen einzufangen, das macht mir am meisten Freude.

Apropos Stimmung: jetzt ist Herbst und das Sonnenlicht bekommt wieder so einen besonderen Touch.  Ich werde wohl in den nächsten Tagen rausgehen und durch die Wälder und Weinberge streifen, um diese vielen tollen Farben und Lichtreflexe einfangen. Kennt ihr das auch noch: als Kind bin ich immer durch das frisch gefallene Laub gestiefelt und habe die Blätter mit meinen Füßen aufgewirbelt – das hatte immer so einen bestimmten Geruch. Kastanien und Blätter gesammelt und hinterher Kastanienmännchen gebastelt und dazu eine Tasse warme Milch oder Kakao.

Ja, der Herbst ist eine gute Zeit, um besondere Momente mit der Kamera einzufangen. Das Wetter verspricht gut zu werden: ich werde morgen gleich rausgehen, und versuchen, dieses Licht mit der Linse einzufangen. Vielleicht kann ich das ein oder andere Bild  ja dann auf Leinwand ziehen, und an der Uni im Lesesaal aufhängen lassen. Wer weiß, vielleicht wird das ja doch noch was mit dem Fotografenberuf.

Gut Licht – Euer Konstantin

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